Einmal zum Äquator und zurück – der Erdkunde-Grundkurs der Q1 in Witzenhausen - ein fächerübergreifendes Europa- und UNESCO-Schulprojekt zum Globalen Lernen

„Weil Annas Mutter ihr ein Eis kauft, kann Pedro nicht zu Schule gehen!?“

Diesem Rätsel und anderen Fragen ging der Erdkunde-Grundkurs der Jahrgangsstufe Q1 (Bruns) während seines Besuches im Weltladen Witzenhausen nach und erfuhr am Nachmittag im historischen Tropengewächshaus der Stadt hautnah, wie sich 80 Prozent Luftfeuchtigkeit anfühlen.


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Besuch des Weltladens Witzenhausen – Modul: „Kolonialismus und heutiger Welthandel“ (Foto: K. Bruns)

Im der Exkursion vorangehenden Unterrichtsmodul standen gemäß des KCGOs im Rahmen des Halbjahresthemas „Wirtschaft und Entwicklung“ Indikatoren und Ursachen globaler Disparitäten im Mittelpunkt der schulischen Erarbeitung. Ebenso hatte sich die Gruppe differenziert mit dem Leitbild der „Nachhaltigen Entwicklung“, seiner Genese und dem aktuellen Aktionsprogramm „Agenda 2030“ und den 17 SDGs auseinandergesetzt.

Zurück zu Anna: Die fiktive Person Anna, 15 Jahre alt und in Deutschland lebend, erhält von ihrer Mutter ein Eis. Die Begründung: „Wir haben heute einiges gespart, Anna! Komm, wir essen ein Eis.“ Während Anna sich über das Eis freut, hat der günstige Kaffeeeinkauf der Familie Folgen für Kinder und Jugendliche in den Ländern des Globalen Südens. Der fiktive Pedro ist ebenfalls 15 Jahre alt und würde gerne weiterhin zur Schule gehen. Weil Annas Familie aber das Geld nicht für fair bezahlten Kaffee ausgibt, dürfe er das künftig nicht mehr.

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Station: Mystery – Einfluss des Konsumverhaltens in den Ländern des Globalen Nordens auf Erzeuger in den Ländern des Globalen Südens (Foto: K. Bruns)

Dieses Mystery, das - pauschalisierend - versucht, globale Verbindungen in den Welthandelsstrukturen mit sozialen und ökonomischen Auswirkungen, wie beispielsweise Armut oder Kinderarbeit, erfahrbar zu machen, galt es zu lösen, ebenso sollten aber auch die plakativen Lösungsvorschläge, wie z.B. der Aufruf, nur noch „fair“ zu kaufen, kritisch hinterfragt werden. Wie lässt sich nachhaltig produzieren und einkaufen (SDG 12)? Wie können gerechte Welthandelsstrukturen geschaffen werden (SDG 8, SDG 10)?

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Globalen Welthandelsstrukturen auf der Spur (Foto: K. Bruns)

Weitere Stationen des Weltladen-Moduls „Kolonialismus und gegenwärtige Welthandelsstrukturen“ beschäftigten sich mit dem Kolonialismus und seinen Nachwirkungen bis in die heutige Zeit sowie mit den Grundzügen des Fairen Handels.