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Haben Sie sich je gefragt, wie das Lieblingsgetränk der Deutschen hergestellt wird und wie viele Arbeitsschritte dies erfordert? Die Antwort darauf haben wir, der Erdkundekurs der Q1, im Tropengewächshaus in Witzenhausen gefunden.

 

Historisches

Zuerst wurde uns die Kulturgeschichte des Kaffees nähergebracht. Der Kaffee hat seinen Ursprung im Osmanischen Reich. Nachdem die Belagerung Wiens gescheitert war, ließen die Osmanen viele Säcke ihrer Kaffees zurück. Zunächst sahen die Wiener den Kaffee als Abfall an und verbrannten diesen. Doch dann rochen sie die Röstaromen und fragten die osmanischen Gefangenen, was es mit dieser braunen Substanz auf sich habe. So kam der Kaffee an die abendländischen Höfe. Nach und nach verbreitete sich der Kaffee in das Bürgertum.

 

Pflanzenkunde

Nachdem wir über den geschichtlichen Hintergrund des Kaffees informiert wurden, haben wir uns das Tropische Gewächshaus angesehen (ein Besuch ist zu empfehlen!). Wir konnten uns die Kaffeepflanze in unterschiedlichen Wachstumsstadien ansehen. Die Kaffeepflanze wächst bemerkenswert langsam und in einem größeren Entwicklungsstadium benötigt sie Schattenbäume, die über die gesamte Kaffeekultur verteilt sind, um die Kaffeepflanzen vor der intensiven Sonneneinstrahlung zu schützen. Kaffee wird sowohl von Kleinbauern als auch in Plantagen angebaut, was sowohl für die Qualität als auch für die spätere Vermarktung von großer Bedeutung ist.

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Kaffeeproduktion und Kaffeekonsum weltweit im Überblick

 

Kaffee als Ware

Diese Situation haben wir  in einem Rollenspiel als Kleinbauern in Kenia simuliert. Dabei ist deutlichen geworden, dass der Kaffeepreis an der Börse je nach wirtschaftlicher und politischer Lage stark schwankt. Sechs bis zehn Euro kostet hier in Deutschland 1 Kilogramm Kaffee, während die Kleinbauern teilweise nur geringe Centbeträge davon erhalten. Die geringen Kaffeepreise auf dem nationalen Markt bedeuten auch geringe Einkommen für die Kaffeebauern und sichern vielfach nicht einmal ihr Existenzminimum. Initiativen wie FairTrade versuchen hier Abhilfe zu schaffen. Heute stehen vor allem China und Indonesien an der Spitze der Kaffeeproduktion, wodurch die traditionellen Anbaugebiete wie Kenia und Kolumbien überholt wurden.

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Der Erdkundekurs beim Kaffeehandel

 

 

Kaffee im Selbstversuch

Das Ende unseres Kaffeeparcours bildete das selbstständige Rösten und Malen der Kaffeebohnen, die wir dann aufgebrüht und getrunken haben. Unser Besuch im Tropengewächshaus Witzenhausen hat uns die Kultur und die Kaffeeproduktion auf vielfältige Weise nähergebracht und wird zur Nachahmung empfohlen!

 

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Bei der Röstung von Kaffeebohnen