Besuch aus Mountain Home/Idaho im Erdkundekurs der Jahrgangsstufe E2

"Ich freue mich", so eröffnet Frau Bruns am 24.06.2016 den Erdkundeunterricht in der 7. Stunde, "Euch heute unsere US-amerikanischen Austauschlehrer aus Mountain Home vorstellen zu dürfen." - Mountain Home? Wo liegt denn das?

Nach intensivem Kartenstudium ist der Ort gefunden: Knapp 1000 Meter hoch in einem Tal südöstlich von Boise in Elmore County im Bundesstaat Idaho liegt Mountain Home, mitten in den Rocky Mountains in einem sogenannten intramontanen Becken. Das Satellitenbild zeigt ein buntes Muster von Braun-, Beige- und Grüntönen, wobei die Beige- und Brauntöne überwiegen. Gebirgszüge, Trockenflüsse und öde Landstriche prägen die Gegend um die Stadt. Wir verfolgen gespannt, wie uns Cyndi Cook und Matt Bundy, Lehrkräfte der Mountain Home High School in Idaho, auf einen virtuellen Stadtrundgang am Smartboard mitnehmen. "Hier wohne ich", zeigt Matt, "seht Ihr mein Auto?" "Lüften kann man nur selten, da sonst der Sand ins Haus kommt. Wir haben Klimaanlagen", erklärt Cyndi Cook. "Manchmal kühlt sich die Temperatur in den Sommermonaten auf 20° C am Abend ab. Das ist dann eine Erleichterung." Temperaturen um die 40°C im Sommer seien bei ihnen keine Seltenheit. Dadurch trockne auch die Haut sehr aus, erklärt Mrs. Cook. "Hier", zeigt sie am Satellitenbild, "haben wir im Hinterhof Bäume gepflanzt", eine schattige Oase in der Wüste. "Regen wie bei Euch hier in Hofgeismar ist für unsere Schülerinnen und Schüler etwas ganz Besonderes", ergänzt sie.

 

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Warum fallen in Mountain Home/Idaho nur 291 mm Niederschlag im Jahr, und warum schwankt die Jahresmitteltemperatur um ca. 25 °C bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 10,2 °C? => Klimadiagramm von Mountain Home/Idaho

In Mountain Home herrscht das lokale Steppenklima, nach der Klimaklassifikation von Köppen und Geiger das BSk-Klima. Mit der durchschnittlichen Summe von 291 mm im Jahr liegt der Ort jenseits der agronomischen Trockengrenze, Ackerbau allein auf der Basis der Regenfälle zu betreiben ist hier also ganzjährig nicht möglich. Die Höhe und die Verteilung der Niederschläge im Jahr, die den Ort als semiarides Klima klassifiziert, erklären sich u.a. aus der Lage im Lee der westlich gelegenen Gebirgskette in der sog. Westwindzone der mittleren Breiten. Die starke Sonneneinstrahlung am 43° Breitengrad (nördliche Breite), auf dem Mountain Home liegt, bedingt die hohen Temperaturen, während die hohe Temperaturamplitude im Jahr, also der Unterschied zwischen Temperaturmaximum und -minimum, aus der kontinentalen (meeresfernen) Lage des Ortes resultiert. Dies und vieles mehr erschließt sich der Kurs im Gespräch mit seiner Erdkundelehrerin Frau Bruns und den US-amerikanischen Gästen auf der Basis der Unterrichtsinhalte des diesjährigen Schuljahres - mal auf Deutsch, mal auf Englisch. So wird klimageographisches Wissen lebendig.

"Was sind die riesigen, kreisrunden Bereiche, die sich um die Stadt herum gruppieren?", will Frau Bruns wissen. Die verstreute, mal dichte Lage der grünen Flecken im Bundesstaat Idaho ist auf dem Satellitenbild schon aus weiter Entfernung zu erkennen. Isabell weiß die Antwort und ordnet die Erscheinung als kreisrunde Felder ein, die bewässert werden (eine sog. Karusselbewässerung). Aber woher stammt das Wasser?

Nun berichten Mr. Bundy und Mrs. Cook von Staudämmen, welche Schneefälle und winterliche Regenfälle auffangen und speichern, von unterirdischen Wasserspeichern und von komplizierten, aber lebensnotwendigen Wasserrechten. Das unterschiedliche natürliche Wasserangebot im Jahr zeigt sich im Satellitenbild, auf dem der trockene Snake-Fluss zu sehen ist, der sich mäandrierend südlich der Stadt erstreckt und der ein sogenannter Trockenfluss ist. Immer wieder werden die entsprechenden Objekte am Smartboard gesucht und in unseren Köpfen nimmt Idaho Gestalt an. Wer weiß, vielleicht bekommt der ein oder andere ja die Gelegenheit, diesen Teil der USA einmal zu besuchen.

 

Bei unseren US-amerikanischen Gästen bedanken wir uns sehr herzlich für diese anschauliche Erdkundestunde!

 

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See you in two years!